Joy Trigger – Freunde auf Abruf

Joy Trigger

JA! entfuhr es mir hörbar. Unvermittelt riss ich die Arme zur Siegerpose hoch – tschakka!
Die Menschen um mich herum schauten mich verdutzt und ungläubig an: was ist denn mit der los?
Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus und ich genoß das wohlige Kribbeln, das sich von meiner Bauchgrube von Kopf bis Fuß über meinen Körper verteilte.
Ich schloss die Augen.
Pure Freude.
Was war geschehen?

Ich habe ein meinen ganz persönlichen Joy Trigger gedacht. Meinen Freuden- oder Glücksauslöser (ich kenne keine perfekte deutsche Übersetzung dafür). Also, an einen davon. Ich habe mehrere: ein Ziel, eine Situation, ein Wunsch. Wenn ich daran denke, freue ich mich und mich durchströmt ein Gefühl des Glücks, der Freude oder der Liebe.

Liebe, Geld, Familie, Arbeit. So viele große Ziele, sie fühlen sich manchmal überwältigend an.

Und doch sagst du dir immer wieder: „Es sind die kleinen Dinge, die zählen.“ Eine schöne Tasse von deinem Lieblingstee, von deinem Lieblingsmensch umarmt werden, dein Haustier streicheln.

Wenn es um das Glück geht, liegt der Genuss oft in den kleinen Dingen. Hast du einmal verstanden, wie die Chemie des Glücks in deinem Gehirn funktioniert, wird es einfacher, kleine Quellen der Freude zu nutzen, um deine Stimmung sofort auf Wunsch zu heben.

Deine 4 Glücksbotenstoffe

Dein Körper produziert hauptsächlich vier Hormone, die für die Erzeugung der Emotionen und Empfindungen verantwortlich sind, die du mit Freude und Glück in Verbindung bringst.

  1. Dopamin: Dieser Neurotransmitter spielt eine wichtige Rolle bei Motivation und Belohnung. Wenn du ein Ziel erreichst, eine Aufgabe erledigst oder ein Ziel triffst, erhältst du einen angenehmen Schub Dopamin. Es ist im Grunde genommen dein Gehirn, das dir sagt, dass du gute Arbeit geleistet hast. Viele Arten von angenehmen Erfahrungen – wie Sex, Essen und Videospiele – erhöhen die Dopaminfreisetzung und wecken daher den Wunsch, sie zu wiederholen.
  2. Serotonin: Dieses Hormon wirkt sich auf das körpereigene Schmerzempfinden aus, macht dich glücklich, doch auch gelassen, ausgeglichen und zufrieden. Es vermittelt dir ein Sättigungsgefühl, eine Zufriedenheit nach den Mahlzeiten und reduziert Stress, Angst und Aggressivität. Fehlt deinem Körper Serotonin, kommt es zu unbegründeten Angstzuständen, Depressionen oder zwanghaftem Verhalten.
    Vor allem im Frühling und Sommer übernimmt das Serotonin das Ruder und sorgt für mehr Bewegungsdrang. Werden die Tage wieder kürzer und dunkler, wird es jedoch schneller in das Hormon Melatonin umgewandelt. Das ist für deinen Schlaf verantwortlich, deshalb fühlst du dich in der kalten Jahreszeit auch immer etwas müder.
  3. Oxytocin. Das Bindungsmolekül wird durch enge Beziehungen, Haut-zu-Haut-Kontakt, Zuneigung und liebevoller Berührung ausgeschüttet. Es gibt dir ein gutes Gefühl, wenn du umarmt wirst. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird es im Überfluss produziert.
  4. Endorphine. Kurz für „endogenes Morphin“ – ein von uns selbst produziertes Morphin. Dein zentralen Nervensystem produziert es und hilft dir, mit körperlichen Schmerzen umzugehen. Auch wenn die Endorphinmoleküle zu gross zu sein scheinen, um die Blut-Hirn-Schranke frei zu passieren, glauben einige Forscher, dass sie mit dem Hochgefühl der Laufenden in Verbindung gebracht werden. Dem Gefühl der Euphorie, das Menschen beim Sport empfinden.

Die gute Nachricht ist: es gibt viele Aktivitäten, die das Niveau der Glücksneurotransmitter in deinem Gehirn erhöhen. Einige Aktivitäten – wie Sex und Sport – wurden umfassend untersucht. Nutze das für dich persönlich, in dem du dein Belohnungssystem aktivierst und Dopamin freisetzt.

Definiere deine Joy Trigger (Freudenauslöser)

In einem Vortrag, den sie vor einigen Jahren hielt, beschrieb Arianna Huffington, Gründerin der Huffington Post und von Thrive Global, was sie „joy triggers“ nannte – einfache Wege, sich sofort glücklicher zu fühlen.

„Es ist nicht genug, produktiv zu sein. Es reicht nicht aus, erfolgreich zu sein. Ich brauche meine Freudenauslöser. Auslöser der Freude sind nicht rational. Bringen Sie sie in Ihr tägliches Leben, denn ich glaube wirklich, dass all dies ein Teil davon ist, wie wir ein Gleichgewicht in unser Leben bringen können – indem wir aus einfachen, aber schönen Dingen Freude gewinnen.
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Es gibt zwei Möglichkeiten, deine Freudenauslöser zu definieren: rückwirkend oder im Moment.

Die erste Möglichkeit besteht darin, dich hinzusetzen, dich an all die Male zu erinnern, in denen du dich glücklich, bequem, entspannt, fröhlich oder positiv aufgeregt gefühlt hast, und sie aufzuschreiben. Das ist eine interessante Übung, aber Untersuchungen zeigen, dass wir dazu neigen, gewöhnliche, alltägliche Erfahrungen zu vergessen. Also genau die kleinen Dinge, die ich eben gerade erwähnt habe.

Deshalb kann der zweite Ansatz wirksamer sein. Du schreibst dir diese freudigen Momente sofort auf, wenn sie geschehen. Vielleicht möchtest du lieber ein Foto machen oder eine Sprachnachricht. Du könntest zum Beispiel einen speziellen Ordner Joy Trigger auf deinem Telefon haben. Jedes Mal, wenn du dich gut fühlst, hinzufügst du ein neues Foto, eine neue Notiz oder neue Sprachnachricht hinzu. Im Idealfall sind deine Freudenauslöser einfache Aktivitäten, die du jederzeit leicht wiederholen kannst, um dich aufzumuntern.

Am Ende hast du eine Liste mit kleinen Freudenquellen in deinem Leben. Trinke eine Tasse deines Lieblingstees, höre ein bestimmtes Lied, schaue dir ein Bild deiner Kinder an, als sie Babys waren, gehe eine schnelle Runde laufen, lese eines deiner Lieblingsgedichte noch einmal vor, streichle deinen Hund.

Jedes Mal, wenn du dich niedergeschlagen, gestresst oder ängstlich fühlst und einen Schuss Freude brauchst, öffne die Liste und suche dir etwas aus, das du sofort tun kannst. Unterbreche alls, was du gerade tust, und konzentriere dich auf diese eine einfache Tätigkeit. Sei präsent und achtsam. Damit löst du nicht alle deine Probleme, doch dieser kleine Moment der Freude ist vielleicht genau das, was du brauchst, um besser durch den Tag zu kommen.

Calvin Hollywood nutzt dafür den Wecker seines Smartphones, wie du in diesem Video siehst:

Wenn du mit EMDR- oder Hypnose arbeitest, dann kannst du deine Joy Trigger auch körperlich verankern. Vielleicht ist das auch mit anderen Methoden möglich, ich kenne nur diese beiden.

Was löst bei dir Glück oder Freude aus? Schreib es mir in die Kommentare.

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