Der achtsame Produktivitäts-Check: 10 Fragen zur mehr Achtsamkeit im Home Office

Produktivitäts-Check

Es gibt eine schier unendliche Anzahl von Produktivitätsbüchern, jedes mit seinen eigenen Rahmenbedingungen, Strategien und manchmal magischen Formeln, um produktiver und kreativer zu sein. Nur sehr wenige dieser Bücher kombinieren Produktivität, Kreativität und mentale Gesundheit.

Wie fängst du an, wenn du mehr erreichen willst, aber dabei nicht ausbrennen willst?

Dazu möchte ich hier eine kleine Frage-Serie anbieten und dein Augenmerk auf verschiedene ganz alltägliche Situationen lenken.

Mit diesem achtsamen Produktivitäts-Check überprüfst du deine aktuellen Strukturen, damit du bei deiner Arbeit zwar mehr leisten kannst, doch gleichzeitig auf deinen Geist achtest. Es ist absichtlich kurz gehalten, damit du dir diese Fragen regelmäßig stellen kannst. Zugleich bemerkst du etwaige Auswirkungen deiner Änderungen vom letzten Check.

Der Achtsamkeits-Check deckt wichtige Bereiche der achtsamen Produktivität ab, wie Zeitmanagement, Wahrnehmung (Metakognition) und geistige Energie. Er enthält auch Links zu relevanten Artikeln, so dass du dich eingehender mit einer Frage beschäftigen kannst, wenn du bei einem Thema tiefer einsteigen willst.

Um das Beste aus deinem Check herauszuholen, nimm dir mindestens eine Stunde Zeit für dich, schnapp dir dein Notizbuch oder öffne deine Notizapp. Versuche so ehrlich wie möglich zu dir selbst zu sein. Da jeder Mensch anders ist, gibt es keinen magischen generellen Tipp, der mit einem Schlag alles verbessert, was in deinem persönlichen Ablauf nicht mehr passt. Doch es ist ein guter Anfang, um dir die richtigen Fragen zu stellen.

Schonmal für dich vorab, die ersten drei Fragen des achtsamen Produktivitätsaudits lauten:

  • Was ist das Erste, was ich morgens mache?
  • Wie verwalte ich meinen Kalender?
  • Wie viel Zeit widme ich an einem typischen Tag der Deep Work?

Scrolle nach unten, um mehr über die ersten drei Fragen zu erfahren, um deine nächsten Schritte zu inspirieren.

1. Was ist das Erste, was ich morgens mache?

Die erste Stunde deines Tages ist die wichtigste. Sie hat einen großen Einfluss auf deine Stimmung, da sie den Ton für den Rest des Tages angibt. Um diese Frage zu beantworten, überprüfe deine Morgenroutine. Sei dabei so detailliert wie möglich: Aufstehen, Zähneputzen… Bis hin zu dem Moment, in dem du an deinem Schreibtisch sitzt und deinen Laptop zum ersten Mal am Tag aufklappst.

Für viele Menschen ist eine Morgenroutine automatisch – eine fast zombieartige Zeit während des Tages, in der sie Aufgaben auf Autopilot abspulen, bis die erste Tasse Kaffee wirkt und sie sich etwas wacher fühlen. Das muss aber nicht unbedingt dein typisches Verhalten sein.

Im Gegensatz zu dem, was du vielleicht manchmal lesen, gibt es keine perfekte Morgenroutine. Aber eine Routine, die du bewusst um deine Ziele herum entwickelt hast, wird immer besser sein als eine, die auf tief verwurzelten Gewohnheiten basiert, über die du dir nicht die Zeit genommen hast, nachzudenken.

Sobald du deine aktuelle Morgenroutine überprüft hast, denke darüber nach, was verbessert werden könnte. Welche hilfreiche Aktivität könntest du zwischen dem Aufstehen und dem Öffnen deines Laptops einfügen? Gibt es schlechte Angewohnheiten, die du besser in den Griff bekommen möchtest? Gibt es irgendetwas, was du tun könntest, um dich frischer und wacher zu fühlen, bevor du mit der Arbeit beginnst?

2. Wie verwalte ich meinen Kalender?

Dein Kalender sollte ein nützliches Werkzeug sein, um deine Zeit zu verwalten. Wenn dich das Gefühl beschleicht, dass dein Kalender dich kontrolliert und nicht umgekehrt, dann stell dir diese Fragen:

  • Wie viele Termine gibt es in einer typischen Woche?
  • Wie viele Termine wurden von mir erstellt, im Gegensatz zu Einladungen, die ich von anderen Personen erhalten habe?
  • Hätte jedes dieser Meetings durch eine E-Mail, ein gemeinsames Dokument oder ein anderes Format ersetzt werden können?

Besprechungen sind anstrengend und führen oft zu schädlichen Kontextwechseln. Achte besonders auf Muster der passiven Anwesenheit, bei denen du an Meetings teilnimmst, nur um dein Gesicht zu zeigen und einen guten Eindruck auf dein Team zu machen.

Sobald du deinen Kalender überprüft hast, beginne damit, deine Zeitfresser zu finden und schau, mit welchem Zeitmanagement System du dich hier unterstützen kannst (ich liebe die Eisenhower Matrix). Auch hier gibt es keine Einheitslösung, aber vielleicht interessiert es dich, wie du aus dem Ja-Autopiloten ausbrechen kannst. Vielleicht hilft es dir, zu Beginn der Woche und am Morgen etwas Zeit zu blockieren, um deinen Kalender nochmal zu überprüfen und ggfs. Anpassungen vorzunehmen, die dir helfen, achtsamer mit dir selbst zu sein.

3. Wie viel Zeit reserviere ich an einem typischen Tag für Deep Work?

In einer Welt voller Ablen­kung, werden Tech­ni­ken für kon­zen­trier­tes Arbei­ten immer wich­ti­ger. Deep Work ist eine Methode, die ent­spann­ter und trotz­dem pro­duk­ti­ver machen soll. Die Art von fokussierter, hochproduktiver und ergebnisorientierter Arbeit, die geistig anspruchsvoll, aber sehr lohnend ist. Wie viele Stunden pro Tag verbringst du im Deep Work Modus? Schau noch einmal auf deinen Kalender und rechne die Stunden an einem typischen Tag zusammen.

Du wirst feststellen, dass du entweder versuchst,

  • zu viele Stunden kreativer Arbeit in einen Tag zu stopfen (was ziemlich häufig vorkommt),
  • oder zu wenige (was passieren kann, wenn du viele Meetings und administrative Arbeiten hast).

Du hast zu viele Stunden?

Dann versuche, realistischer zu sein und einige Zeitabschnitte freizugeben, die du für Deep Work vorgesehen hast. Diese könntest du besser damit verbringen, leichte Arbeit (sogenanntes shallow work) zu verrichten. Natürlich könntest du auch deine Akkus aufzuladen, indem du Pausen machst, inspirierende Inhalte liest oder dich mit Kollegen verbindest.

Du hast zu wenig Zeit?

Dann überlege, wie du deine zeitlichen Verpflichtungen neu ordnest, damit du Platz für bis zu vier Stunden Deep Work pro Tag schaffst.

Deep Work ver­spricht ein tiefes Ein­tau­chen, ein Flow bei der Arbeit, was dich pro­duk­ti­ver und lang­fris­tig ent­spann­ter macht. So erledigst du deine Auf­gaben nicht nur schnel­ler, son­dern auch mit qua­li­ta­tiv bes­se­ren Resultaten.

Viele sehr erfolgreiche Denker, Erfinder und Schöpfer haben nur ein paar Stunden am Tag gearbeitet.

„Vier Stunden schöpferische Arbeit am Tag ist ungefähr das Limit für einen Mathematiker“

Henri Poincaré

Er bestätigte damit die Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung. Er veröffentlichte in seinem Leben etwa dreißig Bücher und fünfhundert Arbeiten. Nicht schlecht, was die Produktivität angeht!

Jede Antwort, die du dabei herausfindest, ist die richtige. Denn sie stimmt ganz individuell für dich und es ist wichtig, dass du das für dich anerkennst.

Was hast du für dich herausgefunden?

Schreib es mir in die Kommentare, ich bin schon gespannt!

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