Wieviel Löffel hast du heute noch übrig? 8 Energie Killer

Energie Killer Löffel Theorie

Dafür habe ich heute keine Löffel mehr, sagte Oda erschöpft.

Wieso Löffel? Ich stutzte.

Sie erläuterte: Löffel stehen sinnbildlich für Energie. Geht es dir gut, bist du gesund, dann steht dir viel Energie, also viele Löffel zur Verfügung. Bist du krank, geht es dir schlecht, entsprechend weniger. Heute hatte sie zuviele Energie Killer für einen Tag.

Dann musst du mit deinen Löffeln haushalten und Prioritäten setzen. Also bewusst Entscheidungen treffen und nachdenken, wofür du deine Energie (deine Löffel) einsetzt.

2020 war bisher das Jahr, in dem wir mit einer Pandemie, autoritärem Regierungsmissbrauch, sinnlosen Morden, Waldbränden, verheerenden Überschwemmungen, Nationalismus und einer weltweiten Rezession konfrontiert wurden. Wenn du 2020 nachschlägst, findest du unzählige Artikel und Videos, in denen es heißt: 2020 ist Scheiße oder 2020 ist ein schreckliches Jahr. Manche Leute nennen 2020 jetzt schon das Jahr, in dem alles schief gelaufen ist.

Obwohl wir Menschen unglaublich widerstandsfähig sind, ertragen wir nur ein gewisses Ausmaß an Gewalt und Unsicherheit, bevor es uns psychisch krank macht. Es ist besser, rechtzeitig für uns zu sorgen, auf uns aufzupassen und mit unseren Löffeln zu haushalten.

Also ganz gleich, ob du dich leer, erschöpft oder unfähig fühlst, noch einen weiteren Schlag auszuhalten; oder ob du dich relativ gut fühlst und deine Resilienz stärken willst – dieser Blogartikel ist für dich.

Leider neigen wir oft dazu, uns nur während traumatischer Ereignisse um unsere psychische Gesundheit zu sorgen.

Doch es gibt viele tägliche Ereignisse, die dich mehr oder weniger Löffel kosten.

Oft ohne dass du dir dessen bewusst bist.

Diese täglichen Ereignisse sind nicht immer gleichmäßig verteilt und vorhersehbar und verschiedene Menschen beanspruchen die gleiche Situationen unterschiedlich stark.

Diese Ereignissen, Gewohnheiten und Umgebungen gehören zu den 8 Energie Killern:

1. Negative Nutzung der sozialen Medien

Für viele der Energie Killer schlechthin.

Während viele Menschen denken, dass die Nutzung von Social Media an sich schlecht für die psychische Gesundheit ist, ist sie in Wirklichkeit ein kontroverses Forschungsthema. Jüngste Forschungen haben stattdessen ergeben, dass die Art und Weise, wie Menschen soziale Medien nutzen, mehr Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit hat als nur die Häufigkeit und Dauer ihrer Nutzung.

Dass der Nutzen und Schaden, der mit der Nutzung sozialer Medien verbunden ist, je nach demografischer, sozioökonomischer und ethnischer Bevölkerungsgruppe unterschiedlich ist. Insbesondere wurden die Vorteile im Allgemeinen mit einem jüngeren Alter, einer besseren Bildung und der Hautfarbe Verbindung gebracht.

Während die Nachteile mit höherem Alter, geringerer Bildung und der Tatsache in Verbindung gebracht wurden, dass Menschen einer ethnische Minderheit angehören.

Mit den Worten der Forscher:

„Wir wissen, dass Bildung, Einkommen, Rasse und ethnische Zugehörigkeit den Zugang der Menschen zu Gesundheitsinformationen aus den Medien, einschließlich des Internets, und ihre Handlungsfähigkeit beeinflussen. Die Sorge ist, dass soziale Medien diese Unterschiede aufrechterhalten“.
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2. Mikroaggressionen

Die Forschung zeigt, dass Mikroaggressionen negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Doch was ist das?

Wikipedia beschreibt sie so: winzige, als übergriffig wahrgenommene Äußerungen in der alltäglichen Kommunikation gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten. Also Menschen mit Migrationshintergrund, Homosexuelle oder andere Personen mit vom heterosexuellen Normalfall verschiedener sexueller Orientierung (in der amerikanischen Debatte als LGBT, LGBTQ oder LGBTQQ bezeichnet) oder Menschen mit Behinderungen.

Sie können in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Mikroangriffe – ein ausdrücklicher und vom Angreifer gewollter, (non-) verbaler Angriff, um den Angegriffenen herabzusetzen oder zu verletzen. Doch er bleibt noch unter der Schwelle offener rassistischer Äußerungen oder Gewalttaten.
  • Mikrobeleidigungen – Äußerungen, die sich durch Grobheit und mangelnde Sensibilität gegenüber des Angegriffenen zeigen. Es sind subtile Formen der Herabsetzung, die dem Angreifer manchmal noch nicht einmal selbst bewusst sind, aber dessen Vorurteile aufdecken.
  • Mikroentwertungen – Ausdrucksformen, die Gedanken, Gefühle oder Wahrnehmungen der dadurch Angegriffenen ignorieren, ausschließen oder herabsetzen.

Dass all diese Dinge deine Kraft kosten und sukzessive deine Energie rauben, dürfte klar sein.

3. Diskriminierung

Über Mikroaggressionen hinaus haben Studien ergeben, dass Vorurteile und Stereotypen wie Glaubenssysteme, Bilder, Normen der Gesamtkultur, institutioneller Rassismus oder Diskriminierung auf individueller Ebene Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit haben.

4. Leben in der Stadt

Urbanisierung und psychische Gesundheit passen nicht gut zusammen.

Forscher haben herausgefunden, dass Städter 21% häufiger an Angststörungen und 39% häufiger an Stimmungsstörungen leiden. Laut einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2017 sind in Städten die Raten von PTBS (posttraumatischen Belastungsstörungen) und generalisierten Angststörungen viel höher.

Ganz zu schweigen von der langfristigen Belastung durch Straßenverkehrslärm, Luftverschmutzung und kardiovaskuläre Risikofaktoren, die deine Belastung und Stresshormone erhöhen und zu viel psychischem Stress führen.

Das Leben in der Stadt ist sicherlich spannend, abwechslungsreich und aufregend. Doch es kostet dich mehr Energie als das Leben auf dem Land.

5. Geldsorgen

Eigentlich liegt es auf der Hand, doch ich wollte es hier nochmal explizit nennen. Finanzielle Sorgen und Nöte kosten dich Kraft. Zum einen, weil deine Gedanken laufend darum kreisen, wie du deine Rechnungen, Miete, Hypotheken- oder Kreditkartenschulden bezahlen sollst.

Zum anderen, weil wir hier damit beschäftigt sind, die heile Fassade aufrecht zu erhalten.

Etwa die Hälfte der Menschen mit problematischer Verschuldung (die sich selbst als „ernsthaft im Rückstand“ bei Zahlungen wie Rechnungen, Miete, Hypotheken- oder Kreditkarten identifizieren), sind psychisch krank. Die Chancen, wieder zu gesunden, sind ebenfalls geringer laut einem Artikel des Journal of Mental Health.

6. Schlafmangel

Huhn oder Ei? Was kam zuerst? So bedingen sich auch Schlaf und psychische Gesundheit, das eine hängt vom anderen ab.

Traditionell betrachten Forscher Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen als Symptome von psychischen Erkrankungen. Studien bei Erwachsenen und Kindern legen jedoch nahe, dass Schlafprobleme psychischen Erkrankungen beitragen.

Verständlich, oder? Schau einfach nur auf die hier im Blogartikel genannten Faktoren und du hast genug Erlebnisse, die dir den Schlaf rauben:

  • soziale Medien,
  • Diskriminierung bei der Arbeit und im täglichen Leben,
  • Straßenverkehrslärm,
  • finanzielle Sorgen

Im Laufe der Zeit fordert dein Schlafmangel einen Tribut an deiner (psychischen) Gesundheit.

7. Alkoholkonsum

Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum beeinträchtigt die Chemikalien im Gehirn, die für deine seelische Gesundheit wichtig sind.

Ab wann ist Alkohol schädlich?

Das kann ich dir auch nicht so genau sagen, deshalb zitiere ich mal hier die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen:

„Alkohol ist immer schädlich. Alkoholkonsum ohne gesundheitliche Risiken gibt es nicht.
Christa Merfert-Diete (DHS)

8. Schlechte Ernährung

Wenn du dich schlecht ernährst, sinkt dein Energielevel, also dein Löffelbudget.

Es gibt inzwischen sehr viele Belege dafür, dass die Ernährung für die psychische Gesundheit ebenso wichtig ist wie für die physische sagt Felice Jacka, Präsident der Internationalen Gesellschaft für ernährungspsychiatrische Forschung. Eine gesunde Ernährung schützt. Eine schlechte Ernährung gilt als Risikofaktor für Depressionen und Angstzustände.

Ich habe hier nur die wichtigsten Energie Killer aufgeführt, die wir alle mehr oder weniger persönlich schon erlebt haben.

Hinzu kommen natürlich auch traumatische Ereignisse persönlicher Natur wie

  • der Verlust des Arbeitsplatzes/ eines geliebten Menschen oder
  • langfristige Krankheit oder
  • äußerer Art (umweltbedingte, politische, wirtschaftliche)

die dazu führen, dass du mit weniger Löffeln als sonst in den Tag startest.

Wichtig ist, dass du mit deiner Energie (in Form von Löffeln) bewusst haushaltest und deinen Tag gestaltest. Dass du weißt, was dir gut tut und dir vielleicht einen Extra-Löffel gibt und du täglich mit deinen Löffeln haushaltest. So wie Oda.

Aber vielleicht bemisst du deine Energie Killer gar nicht mit Löffeln, sondern mit anderen Maßeinheiten?

Dann schreib mir das doch in die Kommentare, ich bin gespannt auf deine Lösung!

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