Wann wird es wieder gut?

wieder gut

Das interessierte mich brennend, diese Frage trieb mich um und ich suchte verzweifelt nach Antworten.

Seit sich mein Leben auf den Kopf gestellt hatte im Sommer 2012, bemühte ich mich verzweifelt, dass wieder alles gut wird. Nicht nur, weil ich das für mich wollte, sondern auch weil mein Umfeld das mehr oder weniger unausgesprochen von mir verlangte:

  • meine Tochter, die ich im Juli 2012 ins Kinderheim geben musste
  • mein Arbeitgeber, der nicht mehr bereit war, meine psychische Erkrankung zu tolerieren und mich kündigte
  • meine Mutter, die einfach eine Tochter haben wollte, die nach ihren Vorstellungen funktionierte
  • meine Lieblingstante aus München, die mich in all meinen Belangen tatkräftig unterstützte.
  • meine Krankenkasse und
  • andere staatliche Stellen wie z. B. das Jugendamt.

Es waren Fragen wie:

  • Wann werden Sie voraussichtlich wieder arbeitsfähig sein?
  • Wann können Sie wieder für Ihre Tochter sorgen?
  • Wann kannst du mich wieder zuverlässig anrufen & besuchen?
  • Wann kann ich aufhören, mich ständig um dich zu sorgen?

Diese Fragen waren auch für mich nachvollziehbar und berechtigt.

Doch leider hatte ich keine Antwort auf diese Frage. Ich schämte mich immer mehr, dass ich keine Antwort geben konnte und brach den Kontakt zu meiner Tante ab. Ich wollte nicht mehr, dass sie sich um mich sorgt. Ich konnte nicht mehr damit umgehen und das war meine beste schlechte Lösung.

Natürlich war allen klar, dass es kein fixes Datum dafür gibt. Eine psychische Erkrankung ist auch keine Ohren- oder Lungenentzündung: viel trinken, schlafen, Medikamente und in spätestens 14 Tagen ist alles wieder tutti.

Leider hat mir auch nie jemand gesagt: es wird nie wieder so sein wie vorher. Es gibt Menschen, die brauchen eine Brille in ihrem Alltag und müssen lernen damit umzugehen. Andere sind psychisch erkrankt und müssen deshalb ihren Alltag neu finden.

Es wird nie wieder gut, es wird anders gut.

Das war eine Erkenntnis, die ich erst spät hatte. Nach meinem zweiten stationären Aufenthalt wo klar war, dass ich mein Leben definitiv neu definieren musste.

Unser gesellschaftliches System ist nur darauf ausgelegt, Menschen wieder zurück in ihren ursprünglichen Alltag zu begleiten. Vielleicht auch mit einer beruflichen Umschulung.

Doch niemand geht mit dir auf Visionssuche. Wir reden heute oft von New Work und Arbeiten 4.0, schöne Schlagworte, die wir im Alltag nur als leere Worthülse belassen.

Was willst du wirklich wirklich tun?

Eine sehr simple Frage, die doch schwierig für mich zu beantworten war. Zwischen all meinem ich muss, ich sollte und ähnlichen gesellschaftlichen Zwängen und Vorschriften, die wir uns auch selbst auflegen (oder erliegen wir ihnen?!)

Meine innere Stimme schien verstummt oder nicht mehr vertrauenswürdig, wenn ich sie denn hörte. Oftmals hören Menschen sie und ihr Umfeld bringt sie dann zum Schweigen mit ihren ganz persönlichen Vorbehalten/Vorurteilen:

  • Das ist doch Schwachsinn!
  • Das braucht kein Mensch.
  • Als Hobby ist das ja ganz nett.
  • Damit wirst du nie Geld verdienen.
  • Das ist eine brotlose Kunst.
  • Wie lange willst du anderen noch auf der Tasche liegen. Reiß dich zusammen!

Irgendetwas davon ist dir sicherlich auch schon begegnet.

Geh auf Visionssuche, damit es gut wird!

Lös dich von dem, was war. Schau zurück, was für dich stimmig, gut und sinnstiftend war. Werde dir deiner Stärken und Schwächen bewusst. Triff dich mit anderen Menschen – online oder offline- und tausche dich aus. Erweitere deinen Horizont und vor allem: fang wieder an zu träumen!

Your dreams don´t work unless you do.
John C. Maxwell

Gibt es einen Traum, der dich verfolgt? Der dich nicht mehrlos lässt? Dann mach! Wobei machen heißt, mit anderen darüber zu reden, zu recherchieren, zu verwerfen, um- und querzudenken. Rauszugehen, zu zweifeln, bewertet und beurteilt werden, mutig für den Traum weiter gehen und leben.

Jeden Tag ein Stückchen mehr deine Vision leben. Damit du spürst – jetzt ist gut.

Welchen Traum lebst du? Welche Vision treibt dich an? Schreib es mir in die Kommentare.

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