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Einsamkeit: 7 Tipps die helfen, wenn du dich allein fĂŒhlst

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Hast du dich jemals einsam gefĂŒhlt? Wenn ja, willkommen im Club: du gehörst du zu den Millionen von Menschen in Deutschland, die ebenfalls unter Einsamkeit leiden.

Ruhige Sonntage, Weihnachten alleine, deinen Geburtstag ĂŒbergehst du einfach, den Valentinstag ignorierst du. Mittlerweile hast du eine Routine zwischen den unzĂ€hligen schlaflose NĂ€chte und traurige Urlaubstagen. Sie gesellen sich zu deiner inneren Leere und dem GefĂŒhl nicht geliebt zu werden.

Einsamkeit ist bei uns eher ein Tabuthema, das tunlichst vermieden wird. Denn einsame Menschen fĂŒhlen sich ungewollt, ungeliebt oder ins Abseits gedrĂ€ngt.

Doch wir glauben fest daran, dass alle Menschen sich verbunden, unterstĂŒtzt und geliebt fĂŒhlen sollten. Deshalb ist dieser Blogartikel fĂŒr DICH, damit du Wege findest, raus aus deiner Einsamkeit und soziale Isolation, hinein in unserer Gesellschaft.

Was ist eigentlich Einsamkeit?

Du fĂŒhlst dich einsam, wenn du nicht die sozialen Beziehungen hast, die du dir wĂŒnscht.

Dieses GefĂŒhl bezieht sich vielleicht auf die Zahl der Kontakte oder auf die Tiefe und Enge der Bindungen, die du in deinem Leben hast.

Es ist ein sehr komplexes Thema mit vielen verschiedene Facetten, das sich schwer verallgemeinern lÀsst. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die Einsamkeit und es ist wichtig, diese zu verstehen, um einsamen Menschen zu helfen.

Welche Arten von Einsamkeit gibt es?

Man unterscheidet zwischen

  1. Emotionaler Einsamkeit = du hast zwar soziale Kontakte, fĂŒhlst dich aber mit deinen Mitmenschen weder verbunden noch verstanden.
  2. Sozialer Einsamkeit = du hast weder Freunde noch Anschluss an die Gesellschaft.

Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit, Alleinsein und sozialer Isolation?

Einsamkeit oder einsam sein bezieht sich auf das negative GefĂŒhl, dass du empfindest, wenn du dich nicht verbunden oder unterstĂŒtzt fĂŒhlst, obwohl du von anderen Menschen umgeben bist. Alleinsein oder alleine bezieht sich darauf, dass du körperliche von anderen Menschen getrennt bist. Doch vielleicht hast du das gerade so gewĂ€hlt, weil du Zeit fĂŒr dich selbst brauchtest.

FĂŒhlst du dich sozial isoliert, bezieht sich das auf den Zustand, in dem du tatsĂ€chlich nur wenig oder gar keine sozialen Beziehungen hast.

Symptome von Einsamkeit: woran merke ich, dass ich einsam bin?

Körperliche Auswirkungen. Symptome oder Anzeichen von Einsamkeit können sein:

  • MĂŒdigkeit
  • NervositĂ€t und Reizbarkeit
  • RĂŒckzug
  • GefĂŒhl der inneren Leere
  • tiefe Traurigkeit oder Depression
  • Ein- oder Durchschlafprobleme
  • Gedanken an den Tod

Einsamkeit: Wer ist betroffen?

Alle können sich einsam fĂŒhlen, unabhĂ€ngig von

  1. Alter,
  2. Geschlecht,
  3. ethnischem Hintergrund
  4. oder sozialem Status.

Du als Mensch brauchst soziale Verbindungen und wĂŒnscht dir UnterstĂŒtzung, das ist tief in uns als Mensch verankert.

Sowohl Ă€ltere als auch jĂŒngere Menschen fĂŒhlen sich einsam, denn dieses tĂŒckische GefĂŒhl kann zu jedem Zeitpunkt in deinem Leben aufkommen. Besonders bedroht sind Menschen in Übergangssituationen, wie

dem Einstieg in Studium, Ausbildung, Beruf und Rente oder wenn die Person von einem Schicksalsschlag ereilt wird, etwa einer Trennungen oder dem Verlust eines geliebten Menschen.

Wenn du zur Gruppe der Alleinlebenden, Alleinerziehenden, Singles, pflegenden Angehörigen sowie Menschen mit Migrationshintergrund, eingeschrĂ€nkter MobilitĂ€t, gesundheitlichen Problemen, niedriger Bildung oder geringen finanziellen Möglichkeiten gehörst, hast auch du ein erhöhtes Risiko, dich einsam zu fĂŒhlen.

FĂŒhlst du dich allein? – 7 Tipps gegen die Einsamkeit

1. Such dir ein neues Hobby

Es ist vielleicht verlockend, immer nur zuhause auf der Coach zu lĂŒmmeln, weiß Christina Bischoff aus eigener Erfahrung. Aber um neue Leute kennenzulernen geh raus und probiere dich aus, es gibt so viele Angebote, bei denen du sicherlich auch auf Gleichgesinnte triffst.

2. Nutze soziale Medien

Wenn du nicht raus möchtest, mach dir die sozialen Medien zu Nutze. Nie war es so einfach wie heute, Kontakte zu knĂŒpfen oder auch mit Menschen, die du bereits kennst in Kontakt zu bleiben.

3. Bewege dich

Sport und Bewegung kann bei depressiven Verstimmungen helfen. Außerdem triffst du dabei ebenfalls neue Menschen. Ob daraus Freundschaft oder nur ein nettes GesprĂ€ch wird – beides ist ok.

4. Überdenke deine Lebenssituation

Wenn du alleine wohnst, denke hier mal ĂŒber eine VerĂ€nderung nach. Vielleicht wĂ€re eine WG, ein Haus mit Freunden oder nĂ€her bei deiner Familie zu wohnen etwas fĂŒr dich.

5. Misch dich unter die Leute

Geh raus – ganz egal ob spazieren, in ein Cafe oder ins Kino. Überall sind andere Menschen und du wirst dich weniger alleine fĂŒhlen.

6. KĂŒmmere dich um dich selbst

Manchmal ist auch eine negative Grundhaltung verantwortlich fĂŒr das GefĂŒhl der Einsamkeit. Fokussiere dich also auf die positiven, liebenswerten Seiten an dir und kĂŒmmere dich gut um dich. Leg dich in die Wanne, koch dir etwas Schönes oder kauf die selbst mal einen tollen Blumenstrauß.

7. Hol dir Hilfe

Wenn du alleine nicht weiter kommst, hab keine Angst oder Scham, dir Hilfe zu suchen. Das kann ein gute/r FreundIn sein, mit dem/der du offen reden kannst oder ein Coach oder Psychologe. Es kann Wunder wirken, wenn man sich jemand anderem gegenĂŒber öffnet. Das Bundesfamilienministerium setzt sich dafĂŒr ein, dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung wirksam zu begegnen – hier findest du Hilfe, zum Beispiel mit Orten, an die sich einsame Menschen wenden können.

Wann wird Einsamkeit zu einem echten Problem?

Zum Problem wird Einsamkeit dann, wenn Menschen in einen AbwĂ€rtsstrudel geraten, weiß Judith Harraß.

Zuerst sind sie absichtlich oder aus sachlichen GrĂŒnden (z.B. Homeoffice) ein bisschen allein, dann gewöhnen sie sich ans Alleinsein und ihr Stresspegel steigt.

Nach einiger Zeit wird der Kontakt mit anderen Menschen als anstrengend empfunden, und irgendwann wissen sie gar nicht mehr, wie sie den Kontakt ĂŒberhaupt herstellen sollen.

Manchmal haben sie sich auch schon damit abgefunden, keine Kontakte mehr zu haben – etwa, wenn die Kinder aus dem Haus sind, eine Beziehung scheitert, wenn ein Partner stirbt, wenn Krankheiten Kontakte erschweren. Dann kann es passieren, dass

  1. sie depressiv werden,
  2. mit Ängsten oder Schmerzen reagieren oder
  3. in Suchtverhalten abdriften;
  4. sie erkranken, ohne den wahren Grund zu erkennen.

Eben schlicht, dass ihnen menschlicher Umgang fehlt: ein GegenĂŒber, Kontakt, NĂ€he, Austausch, BerĂŒhrung, Entspannung.

Und fĂŒhlen sich dann unzulĂ€nglich und schwach und vermeiden daher erst recht den Kontakt. Dadurch steigt wieder der Stress, der Mensch wird noch anfĂ€lliger (zum Beispiel auch fĂŒr Krebs, Bluthochdruck, Herzinfarkt etc.) und schont und isoliert sich noch mehr.

Ein Teufelskreis.

Der Stress wird chronisch, der Mensch immer belasteter.

Wir sind soziale Wesen und mĂŒssen dafĂŒr sorgen, genĂŒgend menschliche Kontakte und Entspannung zu haben; wobei das gesunde Maß individuell unterschiedlich ist.

Welche Auswirkungen kann Einsamkeit auf die Gesundheit eines Menschen haben?

Dass Einsamkeit seelischen Stress auslöst, ist lange bekannt, weiß Heike Strohdeicher. Deine Lebensfreude geht verloren, dass GefĂŒhl nicht mehr gebraucht zu werden. Durch die Krisen der letzten Jahre wurde dies noch verstĂ€rkt. Wir brauchen Menschen zum Austausch fĂŒr GesprĂ€che, sportliche AktivitĂ€ten oder einfach mal eine Umarmung – Hautkontakt – die sprichwörtlichen Streicheleinheiten fĂŒr die Seele.

Fehlt das, kommt Motivationslosigkeit dazu. Du fĂŒhlst dich wie in einem Hamsterrad, aus dem du nicht rauskommst. Das kostet Kraft, Energie und schwĂ€cht den Körper.

Was dazu fĂŒhrt, dass du dich weniger bewegst und immer trĂ€ger wirst. Dadurch kommen Herz-Kreislauferkrankungen hĂ€ufiger vor, der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr korrekt.

Schultern lockern

Warum tabuisieren wir Einsamkeit?

Es ist ein Thema, dass vielen Menschen unangenehm ist. Oft wird es in der Gesellschaft als Zeichen von SchwĂ€che oder mangelnder sozialer Kompetenz angesehen. Gibst du gerne zu, dass du dich einsam, ungeliebt oder alleine fĂŒhlst?

Vielleicht glaubst du auch, dass es deine Schuld sein, dass du einsam bist oder dass du es hÀttest vermeiden können, wenn du nur etwas anders gemacht hÀttest.

Diese Scham und das negative Selbstbild, das damit einhergeht, fĂŒhrt dazu, dass Menschen es vermeiden, ĂŒber ihre Einsamkeit zu sprechen.

Manchmal wird es als persönliches Problem angesehen, das erst gar nicht die Aufmerksamkeit anderer verdient. Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, fĂŒr die Einsamkeit keine ernsthafte Krankheit ist. Oder dass Betroffenen ihr Leben einfach besser organisieren sollten, um neue Freunde zu finden. Diese sehr verkĂŒrzte Sichtweise verstĂ€rkt die Scham bei einsamen Menschen. Lies diesen Blogartikel, wenn du deine Scham ĂŒberwinden willst.

So bleibt das Problem unerkannt, unbehandelt und fĂŒhrt in eine Spirale aus Einsamkeit und sozialer Isolation.

Um das Thema zu entstigmatisieren, ist es wichtig, dass wir alle ĂŒber das Thema offen und ehrlich reden, damit einsame Menschen sich anvertrauen können.

Wird es in Zukunft immer mehr einsame Menschen geben?

Naja, wenn wir in die Glaskugel schauen könnten 
 doch einige Trends deuten darauf hin, dass es in Zukunft mehr einsame Menschen geben wird.

Zum einen deshalb, wegen der demografischen Entwicklung: die Menschen werden Àlter und somit steigt die Wahrscheinlichkeit , dass Menschen vereinsamen. Viele Àltere Menschen leben alleine, trauern um ihre verstorbenen Ehe-/ Liebesmenschen und sehen nur selten ihre Kinder, die weit weg wohnen.

Zum anderen nimmt die Urbanisierung zu: immer mehr Menschen zieht es vom Dorf in die Stadt, getrennt von ihrer Familie und ihren Freunden. Die rÀumliche Distanz erschwert es, die sozialen Beziehungen aufrechtzuerhalten.

DarĂŒber hinaus spielt ebenfalls die Technologie eine wichtige Rolle fĂŒr unsere sozialen Beziehungen. Obwohl du durch soziale Medien und Online-KommunikationskanĂ€le viel leichter mit immer mehr Menschen in Kontakt bleiben kannst als je zuvor, bleibt es oft bei oberflĂ€chlichen Beziehungen. Doch du brauchst auch Menschen mit denen du dich tiefer verbinden kannst, um nicht zu vereinsamen.

Deshalb ist es so wichtig, Menschen fĂŒr das Thema zu sensibilisieren und ĂŒber Hilfe aufzuklĂ€ren.

Depressionen nehmen zu. Du wirst anfĂ€lliger fĂŒr Krankheiten.

Welche Behandlungsmethoden und Therapien gibt es gegen chronischer Einsamkeit?

Chronische Einsamkeit ist ein ernstes Problem, doch glĂŒcklicherweise gibt es eine Reihe von Behandlungsmethoden, die dir helfen können.

Eine der hÀufigsten Behandlungsmethoden gegen chronische Einsamkeit ist die Psychotherapie. Hier arbeitest du mit einem Psychotherapeuten zusamme, um direkt die Ursachen deiner Einsamkeit anzugehen.

Hilfe findest du auf jedenfall auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums klick.

Mach den Test – bin ich einsam?

Dieser Test ist oder ersetzt keine medizinische Diagnose. Er beruht auf der UCLA Einsamkeitsskala (UCLA Loneliness Scale) und misst mit 20 Aussagen den Schweregrad der eigenen Einsamkeit.

Fazit

Es ist normal, wenn du dich manchmal einsam und alleine fĂŒhlst. Doch ganz vielen anderen Menschen geht es genauso. Also – hab Mut, geh raus – online oder offline – verbinde dich mit anderen oder hol dir Hilfe.

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