Auf Umwegen ins Glück – Krankheit, Affäre und der falsche Job

KrankheitChristina Bischoff, Affäre und der falsche Job

Und die Endometriose – mein treuer Begleiter in allen Lebenslagen

Ich hatte schon jahrelang eine schmerzhafte Periode, aber als ich dann 2010 die Diagnose Endometriose bekam war ich komplett überfordert.

Ich kannte die Krankheit nicht, wollte die Diagnose einfach nur verdrängen und vertraute darum dem Wissen der Ärzte. So nahm ich jahrelang jeden Tag die Pille, denn man sagte mir, dass dies hilft. Trotz Pille unterzog ich mich etwa alle 2 – 3 Jahre einer Operation, weil diese Krankheit trotz Pille immer wieder kommen kann. In dieser Zeit habe ich gelernt, wie wenig Endometriose erforscht ist.

2017 war es dann wieder soweit – meine Schmerzen waren diesmal unerträglich und die
vierte OP stand bevor. Ich war am Boden zerstört und wusste weder ein noch aus.

Man hatte mich zwar aufgeklärt was im schlimmsten Fall sein könnte, aber als ich dann aus der Narkose aufwachte und wirklich 5 Schläuche aus mir hingen, brach meine Welt komplett zusammen.

Schlimme Gedanken kreisten durch meinen Kopf und neben unzähligen Verwachsungen der letzten Operationen wurden mir ein Stück Blase und der Blinddarm entfernt, so dass ich nun auch einen künstlichen Blasenausgang hatte.

Dieser war zum Glück nur vorübergehend, jedoch war es für mich in dem Moment der Horror.

Ich fühlte mich hilflos, traurig, überfordert und obwohl ich viel Besuch bekam, spürte ich trotzdem auch irgendwie eine Einsamkeit in mir.

Sechs Wochen später durfte ich das erste Mal in eine ReHa Klinik, um mich von der großen Operation zu erholen und mich mit anderen Endometriose Patientinnen auszutauschen.

Mir persönlich tat das unglaublich gut und ich kann jeder Frau nach einer so großen Endo-OP nur empfehlen, sich in Rehabilitation zu begeben. Es ist eine Krankheit, die vielen Frauen und auch Männern nicht oder kaum bekannt ist und trotzdem, sollte jeder Mensch, nach einer großen Operation die Möglichkeit haben, zu heilen.

Beziehungschaos

Es wäre schön, wenn das zu dem Zeitpunkt mein einziges Problem gewesen wäre. Zu allem Überfluss lief es zu dem Zeitpunkt in meiner Beziehung alles andere als rund und gut. Im Nachhinein weiß ich, dass unsere Kommunikation einfach nicht funktioniert hat. Statt tiefe Gespräche mit Vertrauen zu führen, hielten wir uns an der Oberfläche auf.

Den Mut zu sagen, was es zu sagen gab, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn dir jemand immer wieder sagt: „alles ist gut“, aber du spürst genau, dass gar nicht alles gut ist?

Irgendwann hört man auf nachzufragen, irgendwann ist man zu müde und zu frustriert oder auch einfach nur abgestumpft.

Zumindest war es bei mir so.

Mein heutiges Ich würde das nicht mehr machen, aber damals konnte ich es einfach nicht besser. Es fiel mir extrem schwer, doch ich trennte mich von meinem Freund. Wir verkauften unsere Wohnung und ich kehrte erstmal in meine Heimatstadt Stuttgart zurück, um mich ein bisschen zu sortieren und wieder bei mir anzukommen.

Zumindest war das der Plan.

Doch dann lies ich mich auf einen Mann ein, bei dem ich das Gefühl hatte, er gibt mir alles was ich brauche. Ich dachte er versteht mich und fühlte mich geliebt.

Auf unschöne Weise stellte ich bald darauf fest, dass ich in etwas hineingeraten bin, das mir absolut nicht guttut. Das verrückte ist – obwohl ein Teil von mir wusste es ist aussichtslos und er spielt mit mir – ich schaffte es nicht zu gehen.

Manchmal erkannte ich mich selbst nicht mehr, denn ich wurde zu einer Frau, über die ich sonst nur verständnislos den Kopf schüttelte und mich fragte, wie man so etwas (mit sich) machen (lassen) kann und warum um alles in der Welt man so naiv ist.

In dieses Karussell bin ich eingestiegen, denn die Hoffnung auf ein Happy End blieb
immer bestehen. So blieb ich auf dem Karussell sitzen und immer, wenn ich es beinahe
runter geschafft hätte, fand er die genau richtigen Worte und ich ließ mich wieder um den Finger wickeln. Es dauerte über ein Jahr mit unzählig vielen Tränen und Dramen, bis ich es endlich geschafft habe das Karussell zu verlassen und wieder frei zu sein.

In dieser Zeit habe ich sehr viel über mich gelernt, über meine Werte, für was ich stehen
möchte und was mir wichtig ist. Ich bin nicht stolz auf diesen Abschnitt in meinem Leben, allerdings hat er mich genau dahin geführt, wo ich jetzt stehe.

Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich durch meine eigene Erfahrung nachvollziehen, wie schnell man in so einer Abhängigkeit landen kann und wie schrecklich sich das anfühlt.

Dadurch konnte ich auch anderen Frauen in ähnlichen Situationen bereits helfen. Im
Verurteilen sind wir Menschen sehr schnell und auch sehr grausam, über die Hintergründe macht sich meinst kaum jemand Gedanken. Vielleicht nutzt genau du jetzt diese Chance.

Von einem falschen Job in den nächsten

Dass meine Arbeit mich nicht erfüllt, war mir schon länger bewusst. Wie oft habe ich gehört:

„Wow, voll spannend was du da machst!“

Doch ich selbst fand meine Arbeit in der Entwicklung meistens ziemlich öde und vor allem hatte ich mein Feuer für die Arbeit verloren.

Die Arbeit war für mich Mittel zum Zweck – vielleicht kommt dir das bekannt vor?

Doch zu diesem Zeitpunkt mit all meinen bisherigen Problemen, kam eine Kündigung einfach nicht in Frage. Doch wenn wir keine Entscheidung treffen oder Verantwortung übernehmen, macht es meistens das Universum für uns. Nach meiner Reha wurde meine Stelle nicht mehr benötigt. So stand ich also ohne Job und ohne Freund da, was mich emotional ziemlich mitnahm.

Allen Widerständen zum Trotz, erschien es mir ganz sinnvoll eine Weiterbildung im Qualitätsmanagement zu machen, denn ich wollte ja sowieso etwas anderes im Arbeitsbereich.

Ich merkte ziemlich schnell, dass mich das Thema null interessierte, zog es aber durch und landete dadurch in den nächsten Firmen, die nicht zu mir passten.

Jobs zu finden war für mich noch nie ein Problem, jedoch einen Job zu finden der mir auch Spaß macht und mich erfüllt, das ist eine andere Geschichte.

Die meisten Stellen in meinem Leben haben mich nur Lebenszeit gekostet, trotzdem bin ich auch hier sehr dankbar für alles was war, denn ohne all diese Jobs wäre ich nicht hier und würde genau das hier schreiben.

Mein Körper zeigte mir ganz klar, was mir guttat und was nicht.

Meinem Körper auch mal wirklich zuzuhören, das lernte ich erst später. So wurde ich oft krank, was ich früher nie war. Doch zu jener Zeit bekämpfte ich nur die Symptome und nicht die Ursache.

Endlich mal Zeit für mich

Im September 2018 buchte ich ein Retreat auf Mallorca. Ich hatte keine Ahnung auf was ich mich einließ, jedoch wusste ich eines ganz genau – ich musste einfach mal raus. Meine Endometriose verhielt sich zu dieser Zeit ruhig, doch ich fühlte mich ausgelaugt, unglücklich und hatte mich verloren.

Ich dachte, dass es schlimmer nicht mehr werden könnte und ging in das Retreat. Wow was für eine unglaublich magische Erfahrung das war. Nach dieser einen Woche fühlte ich mich wie ausgewechselt. Ich hatte viele neue, tolle Erfahrungen gemacht und das erste Mal davon gehört, dass man die Endometriose mit einer bestimmten Ernährung und der Umstellung des Lebensstils extrem verbessern kann. Das hat mich fasziniert und ich wollte augenblicklich mehr drüber wissen.

Am meisten hatte ich es allerdings genossen, den Fokus endlich mal ganz auf mich selbst zu legen. Seit sehr langer Zeit nahm ich mir bewusst Zeit für mich. Ich reflektierte verschiedene Themen, ließ im Herzen los von Sachen, die mir nicht guttaten und vor allem legte ich auch mal das Handy für eine Woche aus der Hand.

Vielleicht solltest du das auch einmal machen.

Dich zur wichtigsten Person erklären und deinen Körper und dein Herz wieder wahrnehmen und zuhören, was deine Innenwelt dir zu erzählen hat.

Ich kann es zumindest sehr empfehlen.

Immer noch ein langer Weg

Als ich zurück war, dachte ich, dass jetzt alles verändert war und somit mein Leben sehr viel besser werden würde. Leider war dem nicht so. Es war ein Start in die richtige Richtung, es hat mich wachgerüttelt. Mir wurde klar, dass ich so nicht weitermachen kann und es auch nicht will. Was mir allerdings auch klar wurde ist, dass man nicht alles alleine schaffen kann und es auch nicht muss.

Also sprang ich über meinen Schatten und holte mir Hilfe.

Sicherlich kennt ihr solche Glaubenssätze wie:

“Wer Hilfe braucht ist schwach.“

Ja solche Sätze kannte ich auch, trotzdem habe ich mir endlich Unterstützung geholt. Ich fing an Seminare zu besuchen und mich im Coaching mit mir selbst auseinanderzusetzen.

Mir wurden viele Muster bewusst, die sich in meinem Leben immer wiederholten.

So fand ich heraus, was in meinen Beziehungen bisher schieflief und auch wieso ich wirklich in dieser Affäre landete.

Geduld ist nicht immer meine Stärke und oft hätte es definitiv schneller gehen dürfen mit der Veränderung. Stück für Stück ging es mir jedoch immer besser und ich lernte
andere Menschen und auch meinen jetzigen Partner kennen. Der Weg ist nicht immer leicht, geschweige denn schön, aber vertraue mir, es lohnt sich ihn zu gehen.

Ganzheitlich zum Ziel

Nachdem ich nun mit meiner Psyche auf dem richtigen Weg war und ein bisschen Ruhe
einkehrte, hatte ich die Zeit, Nerven und auch die Geduld, mich um meinen Körper zu
kümmern.

Mir fiel wieder ein, wie fasziniert ich auf dem Retreat war und genau diese Erinnerung führte mich am Schluss zum Ayurveda. Diese Lebensphilosophie begeisterte mich
sofort und ich änderte meinen Lebensstil und meine Ernährung. Neben der Arbeit startete ich meine Ausbildung zur Ayurveda Praktikerin.

Meine Endometriose hatte ich im Griff und so setzte ich im Jahr 2020 trotz Warnung und Unverständnis meiner Ärzte die Pille ab.

Klar fuhren meine Hormone nun Achterbahn und mein Zyklus war nicht regelmäßig. Dies löste in mir die Angst aus, dass die Endometriose nun wieder richtig aufflammen könnte. Obwohl ich mir ein paar Sorgen machte, wusste ich, dass ich nie wieder künstliche Hormone nehmen würde.

Durch den ganzheitlichen Ansatz ging es mir besser denn je. Die Schmerzen während meiner Periode waren so gering wie noch nie zuvor.

Für mich stand in diesem Moment fest, dass ich genau dieses Wissen auch anderen Frauen zeigen möchte. Ich kenne selbst so viele Frauen, die über Schmerzen oder einen unregelmäßigen Zyklus klagen und wirklich überzeugt sind, dass dies normal sei.

Meiner Meinung nach sollte jedoch keine einzige Frau ständig unter Schmerzen leiden.

Endlich habe ich meine Berufung und Erfüllung gefunden, meine Freude darüber war
unfassbar groß. Ich dachte, dass nun mein Job-Problem gelöst sei und kündete meinen Job einfach so ins Blaue hinaus.

Für mich war klar, ich würde mit dem Ayurveda Business durchstarten.

Vielleicht ahnst du schon was nun passierte?

Vermeintlicher Rückschlag

Ich hatte mir das alles sehr einfach vorgestellt, doch ganz nach meinen Vorstellungen lief es nicht. Also beschloss ich, mir wieder einen Teilzeitjob zu suchen der mir Spaß macht und mir erlaubt nebenbei mein Herzensbusiness aufzubauen.

Gesagt, getan!

Momentan plane ich Events und helfe nebenbei Frauen ihre Zyklusbeschwerden in den Griff zu bekommen. Erst dachte ich dies sei ein Rückschlag.

Jetzt weiß ich jedoch, dass sich alles Schritt für Schritt entwickeln darf und ich auch hier etwas sanfter zu mir selbst sein darf.

Meine Endometriose ist immer noch da und dies ist auch für mich nicht immer einfach.
Diese Krankheit kann man nicht heilen, auch ich nicht.

Wäre dem so, könnte ich mich vermutlich auf meine Insel zurückziehen und mein Leben als Millionärin genießen. Ich kann dir aber zeigen, wie du

  • damit sehr gut leben kannst.
  • deinen unregelmäßigen Zyklus in Balance bringst
  • deine Schmerzen minimierst.

Du wirst sehen, wie viel mehr Lebensfreude und Energie du dadurch wieder in deinem Leben hast.

Mach dein Ding

Wie du siehst bin ich in meinem Leben den ein oder anderen Umweg gegangen. Nicht selten habe ich von Freunden und meiner Familie Dinge gehört wie:

  • „Ohje, was macht sie jetzt schon wieder“
  • „Was ist nur los mit ihr“ oder
  • „Die weiß echt nicht was sie will“.

Das tut weh und ich habe oft an mir gezweifelt, aber ich bin auch daran gewachsen. Im Nachhinein betrachtet ergibt alles für mich einen Sinn.

Ich bin stolz auf das was ich geschafft habe und dass ich niemals aufgebe.
Ich möchte dir mit meiner Geschichte zeigen, dass es sich lohnt, manchmal den Blickwinkel zu ändern. Ich möchte dir auch mitgeben, dass es eine Stärke ist, sich Hilfe zu holen und ich möchte dich ermutigen deinen Weg zu gehen, egal was andere sagen.

Ich weiß du kannst das und wenn du möchtest begleite ich dich gerne auf deinem Weg.

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